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Hochwasserschutz Schlebusch

Neuer Querdeich an der Dhünn

September 2022: Die Technischen Betriebe Leverkusen (TBL) errichten das neue Bauwerk. Der Querdeich an der Dhünn verbessert den Hochwasserschutz für Schlebusch. Er soll im Frühjahr 2023 fertig sein.

Ortstermin an den Jeckswiesen in Schlebusch, Höhe Odenthaler Straße: Links vom schmalen Wirtschaftsweg Felder, rechts eine Wiese, weiter hinten sind Pferde zu sehen. Mit beigem Band ist am Rand der Wiese auf rund 200 Meter Länge ein breiter Streifen Land markiert. Dort wird der neue Querdeich gebaut. Bagger und anderes Baugerät sind seit September 2022 im Einsatz.
Er wird den jetzigen Deich ergänzen, in dem die Dhünn, tief eingebettet, fließt.
Der jetzige Deich ist auf ein hundertjährliches Hochwasser ausgelegt. Das heißt: Ein Hochwasser, das sich durchschnittlich alle 100 Jahre ereignet.
Der Deich reicht dafür – er reichte auch beim extremen Starkregen am 14. Juli 2021. Das Problem liegt an anderer Stelle.

Simone Möller ist die für Hochwasserschutz zuständige Ingenieurin bei den Technischen Betrieben. Sie schildert das Problem. Es liegt weiter südlich - wo die Dhünn, wenn sie über ihr Ufer tritt, ausreichend Überflutungsflächen, also freie Flächen, hat.
Sind diese Flächen gesättigt, strömt das Wasser weiter über die Äcker und Wiesen Richtung Schlebusch. Je stärker diese Überschwemmung der Dhünn, desto größer die Hochwasser-Gefahr dort.
So wie am 14. Juli, als der außerordentliche Starkregen letztlich Teile von Schlebusch rund um das Altenheim und Kinderheim flutete.

Ein Riegel vorgeschoben

Jetzt wird diesem Weg der Dhünn bei Hochwasser mit dem neuen, zusätzlichen Querdeich, quasi ein Riegel vorgeschoben. 
Rund 135 Meter lang wird der Deich ansteigend bis 1,43 Meter hoch angelegt. Die Deichkrone ist 3,60 Meter breit. Auf dieser wird  ein drei Meter breiter, asphaltierter Fuß- und Radweg angelegt. Er wird im Hochwasserfall für die Deichverteidigung genutzt.

Hinzu kommen Drainage, mobile Pumpen, Gabionen-Filterkörbe und anderes mehr.

Damit sich das Wasser vor dem Querdeich nicht aufstauen kann, wird der alte Deich auf einer Länge von  rund 50 Metern abgetragen. So kann das Hochwasser in das tiefer liegende Gewässerbett der Dhünn zurückfließen .

Schutzanlage mit "Puffer"

Der Schutz durch das neue Bauwerk umfasst ein Gebiet, in dem viele Menschen leben und arbeiten. Das Wohngebiet an der Dechant-Fein-Straße, das Altenheim St. Elisabeth und das Kinderheim Haus Nazareth, die Bergische Landstraße bis hin zum Marktplatz und der Von-Diergardt-Straße.
Die neue Schutzanlage ist angelegt auf ein 100-jährliches Hochwasser. Sie hat außerdem einen "Puffer" von 50 Zentimeter. Dieser sogenannte "Freibord" (das ist der Abstand zwischen dem Wasserspiegel und der Oberkante eines Dammes) bietet eingeschränkt auch Schutz vor einem seltenen Extrem-Hochwasser.

2017 wurde die Planung des Deichbauwerks beschlossen. Simone Möller berichtet über die Planungen und Gutachten, über Einwände und eine Klage gegen den Bau, über Artenschutz- und Umweltverträglichkeitsprüfungen im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet. Im März 2022 konnte endlich der Baubeschluss gefasst werden.  

Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich insgesamt auf 665.000 Euro. Der Erwerb des Grundstücks wird mit 60 Prozent, die Kosten für den Deichausbau werden mit 80 Prozent vom Land gefördert.          

In der Pressemitteilung der Bezirksregierung zur Förderung heißt es: „Mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels und die damit im Zusammenhang stehenden Extremwetterlagen gewinnen solche Hochwasserszenarien (gemeint ist ein "Jahrhunderthochwasser" d. Red.) immer mehr an Bedeutung. Ein verbesserter Hochwasserschutz ist damit dringend geboten."

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