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Gedenkstunde Pogromnacht

Gedenkstunde am Platz der Synagoge

Gegen das Vergessen

Vor 83 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, wurden jüdische Mitbürgerinnen und -bürger in Deutschland verhaftet, misshandelt und ermordet. Vielerorts brannten die Synagogen. Geschäfte jüdischer Inhaber wurden geplündert und zerstört.

Auch die kleine Opladener Synagoge wurde von Nationalsozialisten erst verwüstet und dann niedergebrannt. Die Feuerwehr rückte erst aus, als das Gebäude schon in hellen Flammen stand. Sie hatte die Order, nur die angrenzenden Wohnhäuser zu schützen.

Am 9. November 2021 hat die Stadt, gemeinsam mit Mitgliedern des Rates der Religionen, mit Jugendlichen vom Landrat-Lucas Gymnasium und mit Bürgerinnen und Bürgern wieder an diesen Tag erinnert.

Die vom NS-Regime von oben angeordnete Pogromnacht war Ausdruck des Antisemitismus und zugleich Auftakt der Verfolgung jüdischer Mitbürger in Deutschland und im Zweiten Weltkrieg dann auch in Europa. Sie mündete im Holocaust, der systematischen Ermordung von mindestens 5,3 eher sechs Millionen europäischer Juden.

"Möglich gemacht und geduldet"

"Hier stand von 1879 bis 1938 die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Opladen. Rassenhass führte zu ihrer Zerstörung am 10. November 1938. Den Toten zum Gedenken. Den Lebenden zur Mahnung."
Diese Inschrift steht auf der Tafel des Gedenksteins am Platz der Synagoge Ecke Altstadtstraße/Lessingstraße in Opladen.

Pogromnacht 1938: Menschen schauten weg. Menschen schauten zu. Menschen machten mit - mit Hass und Hetze, bei Plünderungen oder Misshandlungen.

Gedenken im Jahr 2021

"Jede Generation muss sich von neuem damit konfrontieren. Denn möglich gemacht und geduldet, wurde die Tötungsmaschinerie des Dritten Reichs von unseren Vorfahren", so Oberbürgermeister Uwe Richrath in seiner Rede.
Er erinnerte an antisemitische Verschwörungstheorien, die schon Jahre vor 1938 jüdische Bürgerinnen und Bürger zu misstrauisch beäugten Außenseitern gemacht hatten.

Deshalb gelte es auch heute, sehr wachsam gegenüber Verschwörungstheorien zu sein - gerade in Krisenzeiten wie jetzt der Corona-Pandemie.

Judentum wieder sichtbar machen

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019, ein vereitelter Anschlag auf die Jüdische Gemeinde in Hagen 2021, einzelne Angriffe auf Deutsche jüdischen Glaubens.

"'Das ist unerträglich und es ist die Pflicht von Staat und Gesellschaft, diesem Hass entgegenzutreten. Denn jeder Mensch, der in diesem Land zu Hause ist, hat alles Recht der Welt, sich hier sicher, geschützt und aufgehoben zu fühlen.'", zitiert Richrath Worte des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Der Oberbürgermeister ruft alle dazu auf, "ein größeres Bewußtsein dafür zu schaffen, wo Antisemitismus beginnt. Wir sollten aber auch das Judentum in dieser Stadt wieder sichtbar machen. Seit 1700 Jahren gibt es jüdische Gemeinden im Rheinland."

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